Impressum Anfahrt Impressum Datenschutzerklärung

Arbeitsrechtskanzlei Groll & Partner, Arbeitsrecht Frankfurt

































21. Jun 2010: „Zwei Stunden Urlaub im Arbeitsrecht nicht vorgesehen“

Das Büro ist keine fußballfeindliche Zone. Aber wer am Arbeitsplatz ein Fußballspiel sehen will, sollte vorher mit dem Chef sprechen.

Von Friederike Haupt

Ist da nicht auf einmal dieser stechende Kopfschmerz? Dieses Kratzen im Hals? Die Schniefnase? Eine Sommergrippe könnte im Anmarsch sein, und sie könnte einen just heute, pünktlich zum WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien, niederstrecken. Dann läge man schlapp im heimischen Krankenbett - oder auf dem Sofa, Bier in Griffweite, falls die tückische Blitzgrippe nur inszeniert war. Für den Chef, weil der einem während der Arbeitszeit kein Fernsehfußballvergnügen gönnt. Während die deutschen Kicker zu ihrem ersten Spiel sehr angestelltenfreundlich am Sonntagabend antraten, laufen sie heute schon um 13.30 Uhr in Port Elizabeth auf den Rasen - wenn die meisten anständigen Menschen im Büro sind.

Was also tun? Eine Krankheit vorzutäuschen scheint jedenfalls nicht der beste Weg zu sein. „In jedem Falle gilt es den Satz zu vermeiden: ,Wenn ich keinen Urlaub bekomme, dann bin ich eben krank'“, sagt Peter Groll, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Das sei eine Steilvorlage für eine fristlose Kündigung. Auch einen eigenen Fernseher mitzubringen und in Betrieb zu nehmen oder das Spiel im Livestream am Computer zu verfolgen sei keine gute Idee. Zumindest nicht während der Arbeitszeit: „In dieser Zeit hat man den Interessen des Arbeitgebers nachzukommen und nicht etwa seinen Eigeninteressen als Fan der Nationalmannschaft“, stellt Groll klar. Zwei Stunden Urlaub zu nehmen sei leider im Arbeitsrecht nicht vorgesehen. Dann müsse es schon ein ganzer Tag sein, aber nur, wenn der Chef dem zustimmt. Ist also das Büro eine fußballfeindliche Zone?

Ein Bierchen ist erlaubt

Nein, denn mit den meisten Vorgesetzten lässt sich durchaus verhandeln. Sie können sogar zu ganz neuer Beliebtheit gelangen, wenn sie als Retter in der Not des mittäglichen Anstoßes auftreten. Außerdem kann eine gemeinsame Sportschau auch den Teamgeist stärken: „Wann hat man sonst schon mal die Gelegenheit, mit seinem Manager locker bei einem Bier zu plaudern“, sagt ein Mitarbeiter der Deutschen Bank. Dort seien alle WM-Spiele auf Leinwänden zu sehen; es schaue aber natürlich nicht jeder jedes Spiel. Wer Zeit habe, komme - und am Freitag dürften sich viele die Zeit nehmen.

Beim Nachrichtendienstleister Bloomberg werden zum Spiel sogar Geschäftspartner erwartet - zu „Snacks und Drinks“ und Leinwandfußball wurden sie in den Vortragssaal des Frankfurter Büros eingeladen, wie ein Mitarbeiter berichtet. Aber auch Kollegen, die Zeit haben, können spontan vorbeikommen: „Da sind wir ganz easy.“

Bei der Frankfurter Sparkasse geht man das Ganze systematischer an. Es gebe zwar keine eigene „WM-Arbeitszeitregelung“, sagt Sprecher Mathias Behrendt. Doch seit Dienstag stehe fest, dass das Deutschlandspiel in einem Vortragsraum in der Zentrale auf Großleinwand gezeigt werde. Wer komme, verbuche das als neunzigminütige Pause in seinem Arbeitszeitkonto - Fußballzeit ist also Freizeit. Die Abteilungen müssten allerdings „arbeitsfähig“ bleiben: Wer nicht kommen kann, muss sich mit dem hausinternen Tippspiel trösten.

In der Werbeagentur McCannEricson wird mit Blick auf das leibliche Wohl gemeinsam in der Kantine geguckt. Dort steht eine Leinwand: „Wer Lust und Laune hat, kommt“, sagt IT-Mann Markus Schweitzer, der für die Technik bei der Übertragung zuständig ist. Weil die Agentur international tätig sei und Mitarbeiter aus vielen Ländern habe, würden alle Spiele übertragen - von 17 Uhr an mit Barbetrieb. „Da darf auch schon mal ein Bierchen getrunken werden“, sagt Schweitzer.

„Fußball ist schließlich nicht nur unser Tagesgeschäft“

Weniger großzügig ist man im Polizeipräsidium. Fernseher gebe es zwar „zu dienstlichen Zwecken“, doch dazu zähle gemeinsames Fußballgucken nicht, sagt Sprecher Manfred Vonhausen. Wer heute früher gehen wolle, könne dies aber voraussichtlich tun: „Da wird großzügig verfahren.“ Einige Kollegen seien ohnehin beim Fußball-Kino am Rossmarkt im Einsatz: „Es ist nicht auszuschließen, dass da vorher gefragt wurde, wer das besonders gern machen will.“

In der DFB-Zentrale war das keine Frage. Dort werden heute die Mitarbeiter das Spiel gemeinsam auf einer Leinwand im größten Tagungsraum verfolgen. Das hat der für Personal zuständige DFB-Direktor schon vor zwei Wochen versprochen. Auch Sprecher Michael Herz will dann dabei sein: „Fußball ist schließlich nicht nur unser Tagesgeschäft, es ist auch unsere Leidenschaft.“

Text: F.A.Z.

Bildmaterial: Verena Müller


PDF-Attachment




Presse im Überblick:

14.10.2014 Frankfurter Rundschau - 08.10.2014
Artikel: Pharma-Konzern Merz plant Entlassungen in Frankfurt
17.01.2014 Deutsches Ärzteblatt - 15.01.2014
Artikel: Eingruppierung von Oberärzten - Häufiger Streitpunkt vor Gericht
08.11.2013 www.personal-erfolg.de - 01.11.2013
Artikel: Wann darf der Arbeitgeber kündigen?
14.02.2013 hr-online.de - 25.01.2013
Artikel: Extreme Wetterlage - wann dürfen Arbeitnehmer zu Hause bleiben? in hr-online.de am 25.01.2013
27.06.2012 Zukunfts-Poker
Artikel "Zukunfts-Poker" im TOP-Magazin Frankfurt
31.05.2012 Radiointerview - 25.05.2012
Radiointerview hrInfo
07.03.2012 Radiointerview - 07.03.2012
Radiointerview hrInfo
11.10.2011 ftd.de - 11.10.2011
Artikel: Gericht entscheidet über Boni-Kürzungen in ftd.de am 11.10.2011
13.09.2011 wiwo.de - 06.09.2011
Artikel: Post-It Wars Über Humor entscheidet der Arbeitgeber in wiwo.de am 06.09.2011
21.10.2010 bloomberg.com - 15.10.2010
Artikel: Ex-Hypo Real Estate CEO Funke Wins Ruling, $211,000 in Suit Over Dismissal in bloomberg.com am 15.10.2010
27.10.2009 spiegel.de - 21.10.2009
Artikel: Bonus-Zoff: Anwälte werfen Commerzbank Scheinheiligkeit vor - in spiegel.de am 21.10.2009
21.01.2009 WirtschaftsWoche Ausgabe 4/2009
Interview "Lieber optimal als maximal; Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Peter Groll in WirtschaftsWoche, am 19.01.2009
09.10.2008 hr-online.de - 08.10.2008
Artikel: Managerhaftung "Nieten in Nadelstreifen" sollen zahlen in hr-online.de am 08.10.2008
19.09.2008 Wirtschaftswoche.de - 17.09.2008
Artikel: Lehman-Pleite: Was Mitarbeiter beachten sollten in wiwo.de am 17.09.2008
17.06.2008 Wirtschaftswoche Ausgabe 20/2008
Artikel "Kündigung im Hinterkopf"; Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Peter Groll in WirtschaftsWoche, am 10.05.2008
01.11.2007 Wirtschaftswoche.de - 24.10.2007
Artikel: Bonus muss anteilig gezahlt werden in www.wiwo.de am 24.10.2007
01.11.2007 Artikel eFinancialCareers, 30.10.2007
Per Klage zum Bonus
24.10.2007 Pressemitteilung vom 24.10.2007
Leistungsbezogenes Bonussystem im Bankhaus Metzler für unwirksam erklärt

Seite 1  Seite 2  Gesamt: 32




Arbeitsrechtskanzlei Groll & Partner   Neue Mainzer Straße 20   60311 Frankfurt am Main

Copyright © 2014 Arbeitsrechtskanzlei Groll & Partner